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Gewaltlosigkeit ist nicht gleich Tatenlosigkeit

„Es gibt einen Pazifismus mit offenen Augen.“

Ein wesentliches Element der Erziehung zur Gewaltfreiheit ist das Erlernen von Methoden zur friedlichen Konfliktbearbeitung. Um diese Methoden zu erlangen, benötigen Kinder und Jugendliche sowohl im Elternhaus als auch in der Schule zunächst einmal klare Strukturen. Mit deren Hilfe wird die Grenze zwischen angemessenem und unangemessenem Verhalten transparent. Dabei ist es wichtig, dass die aufgestellten Regeln für die Heranwachsenden nachvollziehbar sind und ihnen sinnvoll erscheinen, damit sie sich selbstmotiviert danach richten.

Des Weiteren ist in einer Konfliktsituation zu fragen: „Habe ich einen Konflikt oder hat der Konflikt mich?“ Hat man einen Konflikt, drückt sich dieser durch sachliche oder auch persönliche Differenzen aus. Hat der Konflikt jedoch einen selbst, wird vorrangig ein Konflikt über den Konflikt bzw. über die Konfliktlösung ausgetragen. Dabei deutet die Aussage: „Der Konflikt hat mich“ darauf hin, dass die betreffende Person über keine Selbstkontrolle bzw. -lenkung mehr verfügt. Dies führt wiederum dazu, dass man sich nicht aus dem Geschehen herausnehmen und abschalten kann, sondern fremdgesteuert agiert. Dies sollte tunlichst vermieden werden.

Mit Jesu Hilfe ist es uns möglich, gegen das Böse anzugehen, ohne uns selbst dessen zu bedienen. Wink stellt einen Katalog an Vorschlägen bereit, der aufzeigt, wie dieses Prinzip in die Praxis umgesetzt werden kann:

– Ergreife die Initiative zur Zivilcourage
– Wähle eine kreative Alternative zur Gewalt
– Bewahre deine Menschenwürde
– Begegne Gewalt mit Spott oder Humor
– Durchbrich den Kreislauf der Erniedrigung
– Lass dich nicht gefügig und unterwürfig machen
– Lege die Ungerechtigkeit des Systems offen
– Übernimm im gegenseitigen Kräftespiel die Kontrolle
– Verhalte dich so, dass dein Unterdrücker sein Tun bereut
– Lass dich nicht beirren – bleibe fest (…)
– Sei bereit, lieber zu leiden, anstatt zu vergelten
– Lass deinen Unterdrücker dich in einem neuen Licht sehen
– Vermeide Situationen, die bei deinem Unterdrücker Gewalt provozieren
– Sei bereit, den Preis für das Übertreten ungerechter Gesetze zu zahlen
– Verliere deine Angst vor der alten Ordnung und ihren Regeln.

Dein Heinrich Klassen
Auszug aus meinem Artikel: „Ein Christ hat kein Recht auf Gewaltanwendung – Grenzen der Gewaltlosigkeit“

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